Sicherheitskontrollen am Flughafen

Papiere immer dabei
Papiere immer dabei

Kürzlich stellte mir ein Leser dieses Blogs die Frage, wie es sich verhält, wenn man als jemand, der mit Sprengstoff umgeht, durch die Sicherheitskontrolle des Flughafens geht.

 

Kontrollen nach Land und Flughafen verschieden

Kurze Antwort: in Deutschland gibt keine besonderen Regelungen oder gesetzlichen Vorgben. Die Kontrolle erfolgt wie bei anderen Reisenden auch.

 

Je nach Flughafen und Land fallen Kontrollen aller Reisenden auf die Mitführung verbotener Gegenstände unterschiedlich aus. Einzelne Gegenstände aus dem Handgepäck (z.B. Babynahrung) können auf Sprengstoffspuren untersucht werden. An Schweizer Flughäfen, wie z. B. Zürich, wird zudem stichprobenartig nach dem Zufallsprinzip auf Sprengstoff geprüft. „Der Algorithmus ist bewusst so ausgelegt, dass keine Systematik dahinter zu erkennen ist, sonst bringt das Ganze nichts“, so Fritz Marti, Chef der Flughafenpolizei der Kontrollabteilung der Kantonspolizei Zürich.

 

Selbst sehr geringe Mengen Sprengstoff lassen sich nachweisen

Der Sprengstofftest funktioniert nach dem folgendem Prinzip: Wer mit explosiven Substanzen umgeht, hinterlässt automatisch Spuren von Sprengstoff auf Kleidung und Gegenständen (wenn man nicht wirklich sauber arbeitet). Um Sprengstoff nachzuweisen, wischt das Sicherheitspersonal bei der Kontrolle mit einem Teststreifen (Die Probenehmerstreifen bestehen aus Teflon oder Filz) über Kleidung oder das verdächtige Gepäckstück des Reisenden.

 

Der Streifen wird anschließend in einem Analysegerät untersucht. Dies kann z. B. ein Ionenmobilitäts-Spektrometer sein. Moderne Geräte ermöglichen innerhalb von ca. zehn Sekunden den Nachweis selbst kleinster Mengen Sprengstoff oder Drogen. Hierbei lassen sich Mengen im Nanogramm-Bereich noch feststellen. Bildlich betrachtet bdeutet dies: Würde man ein Stück Würfelzucker (3 g) in den Bodensee werfen und sich der Zucker vollständig und homogen in den rund fünf Milliarden Litern (entsprechend einem Würfel der Kantenlänge von ca. 3,8 Kilometern) Bodenseewasser auflösen, enthält jeder Liter Bodenseewasser die Menge von nur drei Nanogramm Zucker. Und eine solche kleine Substanzmenge kann ein Sprengstoffdetektor noch erkennen.

 

Dies gilt auch für kleine Mengen Sprengstoff, die an die Arbeitskleidung gelangt. Auch auch nach mehreren Waschgängen haften immer noch immer nachweisbare Spuren an.

 

Was passiert bei einem positiven Test auf Sprengstoff?

Hierüber gibt es keine veröffentlichen Informationen. In der Regel wird die Bundespolizei hinzugezogen und befragt den Reisenden. Nach plausibel klingenden Antworten kann er entweder weiter seine Wege gehen oder positiv getestete Gepäckstücke werden kontrolliert gesprengt.

 

Sprengstoffrechtliche Dokumente daher mitführen

Wenn man außerhalb der regulären Arbeitszeiten reist, besteht das Problem, dass die Bundespolizei die Genehmigungsbehörde als Ausstellerin sprengstoffrechtlicher Dokumente nach einem positiv ausgefallenen Test nicht erreichen kann. Eine zentrale Erfassung aller Inhaber einer sprengstoffrechtlichen Befähigung (bzw. Erlaubnis) Datenbank, die im Trefferfall befragt werden könnte, erfolgt nach meinem Kenntnisstand nicht.

 

Daher ist zu empfehlen, beim Umgang mit Sprengstoffen immer Einweghandschuhe zu tragen, um Kontaminationen zu vermeiden. Für den Fall der Fälle habe ich mir angewöhnt, bei Flugreisen die sprengstoffrechtlichen Dokumente im Original mitzuführen und bei der Kontrolle griffbereit zu halten.

 

Eine Verpflichtung, sich als Sprengmensch zu "outen", besteht jedoch nicht.

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