Hallo. Und willkommen zu meinem Blog.

An dieser Stelle möchte ich mich kurz vorstellen. Mit dem Blog möchte ich Einblicke in den sprengtechnischen Bereich und seine Möglichkeiten geben. Selbstverständlich wird hier nichts veröffentlicht, was nicht ohnehin an Informationen an anderer Stelle, wie Fachbücher, Fachzeitschriften, etc. frei verfügbar oder daraus ableitbar ist.

Foto: K. Bohn
Foto: K. Bohn

Anlässlich meines Interesses der Themen Chemie und IT habe ich bereits im letzten Jahrhundert die Domänen sprengen.de und sprengtechnik.de registriert. Damals, also 1996, als man fast noch (fast) jedes Wort als Domäne registrieren konnte, existierten nur an die 50.000 .de-Domänen; zum heutigen Datum (20.3.17) sind es bereits über 16 Millionen Registrierungen. Mittlerweile scheint jedes im Duden zu findende Wort als .de-Domäne vergeben zu sein. Darunter z. B. milchkanne.de (nicht dass ich Interesse an dieser Domäne hätte).


Mein Ziel ist mit diesen Seiten dem Leser einen Einblick in das recht umfangreiche Thema Sprengen / Sprengtechnik mit Schwerpunkt auf Bauwerksprenung / Gebäudesprengung / Abbruch und Metallumformung zu geben. Aufgrund der sicherheitskritischen Thematik werden sich hier Themen beschrieben werden, die ohnehin öffentlich (damit sei Fachliteratur und seriöse Informationsquellen gemeint) zugänglich sind. Die hier veröffentlichen Berichte verstehen sich daher nicht zur Anleitung zum Nachmachen. Der Umgang mit Sprengstoffen ist in Deutschland nur im Rahmen einer gesetzlichen Erlaubnis bzw. Befähigung nach dem Sprengstoffgesetz erlaubt. Dies gilt für andere Länder wohl entsprechend. Tätigkeiten außerhalb einer gesetzlichen Erlaubnis / Befähigung können schon alleine aufgrund mangelnder Fachkunde tödlich ausgehen. Auch wenn mit einer Selbstauslöschung aufgrund des unsachgemäßen Umgangs sich zwar ein Beitrag zur Verbesserung des menschlichen Genoms erreichen ließe: Leiden tun jedoch (auch) andere. Und strafrechtliche Verfolgung sowie ggf. empfindliche Geldbußen bzw. Freiheitsstrafen sind bei Überleben mehr als lästig und unnötig.

Arbeiten unter umluftun-abhängigem Atemschutz
Arbeiten unter umluftun-abhängigem Atemschutz

In der Hansestadt Karlsruhe geboren und dort aufgewachsen, verfüge ich seit 1996 über eine sprengstoffrechtliche Befähigung nach § 20 Sprengstoffgesetz und seit 2012 über eine Erlaubnis nach § 7 SprengG zum Umgang mit Sprengstoff.

Meine Ausbildung zum Sprengberechtigten erfolgte durch die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), bei der ich seit meiner Jugend in meiner Freizeit ehrenamtlich mitwirke, derzeit als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im THW-Ortsverband Karlsruhe. Die Berufsbezeichnung "Sprengmeister" gibt es übrigens nicht, da es sich bei dieser Tätigkeit um keinen Ausbildungsberuf mit der Möglichkeit der Erlangung eines Meistertitels handelt - im Amtsdeutsch lautet die korrekte Bezeichnung Sprengberechtigter - dazu mehr in einem zukünftigen Beitrag.

Vorbereitung eines Mauerdurchbruchs mittels gewerblichen Sprengstoff (Eurodyn 2000)
Vorbereitung eines Mauerdurchbruchs mittels gewerblichen Sprengstoff (Eurodyn 2000)

Für den sprengtechnischen Bereich hat das THW seinen Schwerpunkt auf die Gefahrenabwehr gelegt. Also: wie kann man bereits z. B. aufgrund eines Brandes bereits geschwächte und damit baufällige Gebäude sicher und mit nur geringen Mengen an Sprengstoff beseitigen, welche Möglichkeiten bestehen mit sprengtechnischen Möglichkeiten zu verschütteten Personen vorzudringen; wie lässt sich mikadoartig geschichtetes Sturmholz aufarbeiten, etc.

Auf gewerblichen Wiederholungs- und Sonderlehrgängen, die ich selber bezahle, bilde ich mich regelmäßig fort. Die Teilnahme an der jährlichen Tagung des deutschen Sprengverbandes in Siegen ist eigentlich schon aufgrund der qualitativ hochwertigen Vorträge Pflicht.

 

Messestand des Vereins HelfenKannJeder e. V. auf der Interschutz in Hangover 2015
Messestand des Vereins HelfenKannJeder e. V. auf der Interschutz in Hangover 2015

Das Ehrenamtsportal HelfenKannJeder.de, für das der baden-württembergische Innenminister die Schirmherrschaft übernommen hat, entstand im Rahmen meiner Tätigkeit im THW. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Valentin fürs Programmieren und google für die finanzielle Unterstützung anlässlich unseres Gewinns bei der Teilnahme an der Google-Impact-Challenge. Mit dem Portal erhält man gemäß seiner Präferenzen ("ich kann kein Blut sehen") mit wenigen Mausklicks Engagement-Möglichkeiten in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr vorgeschlagen. Einfach mal anklicken und ... mitmachen. Bei dieser Gelegenheit: programmierst Du zufällig und hättest Du Lust, gegen Bezahlung die Plattform weiterzuentwickeln?

Dieses Bild zeigt die Umformung einer Metallplatte zu einer Obstschale
Nach einigen Versuchen: Gelungene Umformung einer Metallplatte zu einer Schale (bitte keine Kommentare bezüglich der Kanten)

Nebenberuflich habe ich ein Gewerbe (Sprengunternehmen) angemeldet und biete hier u. a. unter Einsatz sprengtechnischer Methoden umgeformte Gegenstände aus Metall an. Ausgangsbasis für diese sind hochwertige Metallwerkstücke, wie z. B. geschliffenes und gefrästes Aluminium. Hierbei handelt es sich um Vorprodukte der Firma Altenis GmbH, welche ich mit ins Leben gerufen habe und die sich auf die Herstellung von Frontplatten, Typenschilder, Alu-Visitenkarten im Untereloxaldruck spezialisiert hat. Metallbleche werden nach ihrer Umformung mit wenigen Gramm Sprengstoff ggf. in weiteren Arbeitsschritten weiter veredelt, d. h. eloxiert / lackiert / beschichtet. Auch Stahl lässt sich z. B. zu einer Feuerschale mit geringen Mengen gewerblicher Sprengmittel umformen.

 

Produkte aus diesem Bereich sind nur wenig bekannt, nicht oder nur schwer erhältlich. Hier möchte ich zukünftig Abhilfe schaffen :-) Falls jemand einen Steinbruch / Sprengplatz für diesen Zweck bereitstellen kann: bitte melden. Selbstverständlich zahle ich für die Nutzung.

Nach und während meines Chemie-Studiums war ich einige Jahre lang selbständig (u. a. als Seminarleiter für verschiedene Banken und Kunden in verschiedenen europäischen Städten im Themenumfeld Cisco) und habe dann einige IT-Unternehmen mitgegründet. Meine fachlichen Schwerpunkte sind die Architektur / Planung / Entwicklung von Datennetzwerken und IT-Sicherheitslösungen für Großunternehmen.

Dieses Bild zeigt das Firmengebäude der telematis Netzwerke GmbH einschließlich Schwimmteich
Firmengebäude der telematis Netzwerke GmbH / Altenis GmbH in Weingarten (Baden)
Dieses Bild skizziert die Verschaltung von Netzwerkkomponenten für einen Rund-/Fernsehsender
Netzwerkplan für ein Campus-Netz eines Radio-/Fernsehsenders

Dieses Bild zeigt die Installation einer Handschwengelpumpe auf einen von THW instandgesetzten Brunnen in Bosaso (Somalia)
Brunnenertüchtigung in Bosaso, Somalia. Foto: THW

Beruflich und privat bin ich sehr zufrieden und distanziere mich hiermit ausdrücklich von extremistischen Gedankengut jeder Art. Nicht nur aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim THW als staatliche Hilfsorganisation habe ich nach einem Einsatz im Bürgerkriegsgebiet in Somalia eine andere Einstellung zum Leben erhalten. Wir hatten u. a. im Auftrag von UNICEF dort Trinkwasserbrunnen rehabilitiert und somit einen - wenn auch nur - kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der aus dem Nachbarland Äthiopien geflohenen Menschen geleistet. In dieser unwirtlichen Umgebung traf ich Menschen, die nicht wussten, wie sie ihre Kinder am nächsten Tag ernähren können. Und trotzdem schienen mir diese Menschen glücklicher als manch meiner hiesigen Mitbürger, die unseren Wohlstand (sauberes Trinkwasser, Zugangsmöglichkeit zu Bildung, rechtsstaatliche Prinzipien, Infrastruktur, Kultur, über 70 Jahre Frieden im Rahmen des EU-Staatenverbundes, etc.) leider als zu selbstverständlich voraussetzen.

Die im Bürgerkriegsgebiet von Somalia herrschende Armut wird durch dieses Bild deutlich.
Bosaso, Somalia (1993).

Ein Einsatz im Ausland potenziert das Leben. Er erfordert andere Vorgehensweisen und bringt eine andere Sicht auf vieles. Man erlebt z. B. Menschen, die bereit sind, ihre einzige Ziege für den Gast zu schlachten. Das macht das Leben größer. Und kann, von hier aus in Deutschland nachträglich auf den Einsatz im Ausland und die dortigen Menschen zurückblickend, die Ängste und die Sorgen, die unser Leben in Deutschland mit sich bringt, nehmen. Dies in der Erkenntnis, wie winzig die eigenen Probleme im Vergleich zu denen anderer Menschen teilweise sind. Angesichts dessen erscheinen mir die in letzter Zeit verstärkt wahrgenommenen Bestrebungen zur Beseitigung von freiheitlich-demokratischen Grundordnungen geradezu surreal. Warum ist das so? Der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk ist sich im Gespräch mit blick.ch (sehr lesenswert!) sicher, dass wir "extrem verwöhnt und unpolitisch" geworden sind: "Die Politik hat sich in den Augen vieler Wähler in ein Unterhaltungsprogramm verwandelt. Wird dieses nicht mehr als befriedigend wahrgenommen, wechselt man den Sender": Bitte nicht.

 

Aber nun bin ich etwas abgeschweift vom Thema. Deshalb: Viel Spaß auf diesen Seiten.

 

Gast-Beiträge im Blog sind gerne gesehen.

 

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